Die letzten Tage habe ich einige Freunde in Slowenien besucht und dabei war eine kleine Archi-Tour natürlich unumgänglich – ich muss sagen, es zahlt sich aus! Und die Aufgeschlossenheit in Sachen Architektur, die seit Jahren propagiert wird, hat meiner Meinung nach ihre Berechtigung…
Ein hervorragendes Beispiel bildet das Shopping Roof Apartments-Projekt der OFIS Architekten. OFIS arhitekti ist ein junges Büro, das 1996 von Rok Oman mit Spela Videcnik gegründet wurde und bereits internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte.

Foto: OFIS arhitekti
Ausgangspunkt war eine alte Kaufhalle in Bohinjska Bistrica, die durch einen neuen Supermarkt ersetzt werden sollte. Die in Folge beauftragten Architekten hatten die Idee Shopping und Wohnen unter ein gemeinsames Dach zu bringen, da ihnen auch die wachsende Nachfrage nach Ferienapartments bewusst war. Dadurch wurde die Idee geboren, beide Funktionen zu verschmelzen.

Foto: OFIS arhitekti
Der Supermarkt im Erdgeschoss folgt mit seinem fast quadratischen Grundriss den Allerweltsanforderungen dieses Bautyps. Ein Café und zwei kleine Gewerbeeinheiten umkränzen den Markt und öffnen sich zur Straße. Stahl und Glas bilden den Sockel des Wohntrakts. Auf dem vorgezogenen Flachdach des Erdgeschosses steht der L-förmige Wohntrakt mit drei Obergeschossen und einem Dachgeschoss.
Die Grundrissstruktur der insgesamt 46 Wohneinheiten orientiert sich am slowenischen Sozialbaustandard, ein Mix aus 1- bis 3-Zimmerwohnungen mit Flächen zwischen 45 und 86 Quadratmeter (bzw. bis zu 120 Quadratmeter als Duplex). Die Bauaufgabe schränkte die Erschließung auf ein einziges Treppenhaus ein. Die Wohnungen mussten daher entlang des Korridors aufgereiht werden und die natürliche Belichtung von zwei Seiten ist lediglich den Eck- und Endwohnungen vorbehalten.
Die lang gezogene Dachschräge wird offiziell als Alpensilhouette interpretiert. In Wahrheit wäre der Blick eines Nachbars auf die alpine Umgebung dadurch eingeschränkt worden und daher folgte konsequenterweise die Schräge.
Großartig umgesetzt ist auch der verspielte Umgang mit der vertikal ausgerichteten Holzfassade im Norden und Süden, die sich zum Teil auflöst und in die Balkongeländer und Sonnenschutzpanelle übergeht. Ebenso die Ausbildung des Schiefer- Steildaches im Osten und Westen, das sich in Form eines Flachdaches krönt und gleichzeitig auch Teil der Fassade ist und die Gebäudetechnik dahinter geschickt verbirgt.
Freu mich schon auf meinen nächsten Slowenien-Besuch!



Das hört sich nach einem sehr innovativen Projekt und gleichzeitig auch nach einem ebensolchen Architekutbüro an.
Ich finde es toll, wenn Zweckmäßigkeit, Funktionalität und Stil so harmonisch zusammengebracht werden.
Ich sollte wohl auch mal wieder nach Slowenien und dann auch Impressionen abseits von Ljubljana aufnehmen.