Wiederum ein Beispiel, wie man trotz behördlicher Vorgaben die architektonischen Grenzen sprengen kann
Eine Menge Einflüsse und Anforderungen standen hier Paten für das Endprodukt: Topographie, Aufhenthaltsqualität, traditionelle Sommerhütten, futuristische Autos und Kampfflugzeuge… aber alles der Reihe nach!

Foto: Meixner Schlüter Wendt Architekten
Die Meixner Schlüter Wendt Architekten hatten das Ziel, einerseits die behördlichen Auflagen zu erfüllen und andererseits dem starken Wunsch der Bauherren, „etwas Neuartiges“ zu schaffen, zu entsprechen.

Foto: Meixner Schlüter Wendt
Das Haus besteht aus drei Elementen: dem Kellergeschoss, der Gartenebene mit Küche und Wohnzimmer und dem Obergeschoss mit drei Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer und zwei Badezimmer.
Die Hauptform ist ein aerodynamischer Keil, umgeben mit schwarzem Blech. Dieser „schwebende Teil“ des Wohnhaus F. sitzt auf einem rundum verglasten Geschoss und vermittelt dadurch das Gefühl des Fliegens. Im Gegensatz dazu vermittelt der schwebende Teil des Hauses aufgrund der Materialwahl einen etwas geschlossenen Charakter. Einzelne, in Form und Größe unterschiedliche Fenster und kaum wahrnehmbare Dachfenster sorgen neben der Terrassenöffnung für genug Tageslicht in den privaten Räumen der Bauherrschaft.
Nicht nur die Oberflächenbeschaffenheit, sondern auch die Möglichkeit Teile der Terrasse des Obergeschosses automatisch zu falten, soll an die F117 Kampfjets und Raumfahrtgeräte erinnern. Die Faltung hat die Funktion, die Belichtungssituation im Erdgeschoss zu regulieren und die Form des Satteldaches spielerisch zu verwandeln.
Was hätte wohl Le Corbusier dazu gesagt, der in seinem Buch „Vers une Architecture“ das Parthenon einem Sportwagen gegenüberstellte oder Schiffsarchitektur-Elemente, wie Bullaugen und Relings in seine Entwürfe einbaute?



Wahrscheinlich hätte es dem Kopf der Schweizer 10 Franken Note außerordentliuch gut gefallen, was hier umgesetzt wurde…
„Das Flugzeug ist ein Ausleseprodukt hoher Qualität.
Die Lehre, die uns das Flugzeug erteilt, liegt in der Logik, die Problemstellung und Verwirklichung diktierte.“ (Vers un Architecture)
Ich hab noch mal bei Corbusier nachgeschlagen – auch wenn das wohl anders gemeint ist – ein Zusammenhang lässt sich dennoch nicht von der Hand weisen
Die „Geometrie“ dieses Kampfjethauses spricht das Auge an – ein gutes Beispiel der Integration von abtrünnigen Gedanken in ein reales Szenario…
ja, ja corbusiers liebe zur ingenieurs-kunst