Eigentlich habe ich ja kein gutes Bild von sogenannten „Feuerwehrhäusern“ – vor allem im ländlichen Kontext, wenn sich allerdings das Team von AllesWirdGut auf eine dieser Bauaufgaben „stürzt“, dann kann man zu Recht behaupten, dass ich im Unrecht bin

Foto: Channelbeta
Das Zivilschutzzentrum in Innichen beherbergt die Leitstelle der freiwilligen Feuerwehr und ihrem Fuhrpark, die Bergrettung und das Weiße Kreuz samt Einsatzfahrzeuge.
Das gesamte Raumprogramm der drei „Untermieter“ ist in der straßenseitig eingeschossig erscheinenden Kubatur untergebracht und öffnet sich in seinem vollen Ausmaß erst nach Süden hin. Die vorgefundene Situation bot für die Architekten die perfekte Lösung für die erforderliche Baumasse (die im Vergleich zur umgebenden Bebauung das zehnfache Volumen beträgt) – sie integrierten das Gebäude einfach in den Nordhang.

Skizzen: AllesWirdGut
Garage und Fahrzeughallen liegen auf der oberen Ebene der Straße, Personal- und Aufenthaltsräume liegen auf dem darunterliegenden Parkplatzniveau und werden über geschosshohe Fenster belichtet. Die Situation in Hanglage und die große Tiefe des Gebäudes erschweren Belichtung und Belüftung der Neben- und Abstellräume auf der unteren Ebene. Oberlichter, Belichtungs- und Innenhöfe sorgen hier für ungewöhnliche Tageslichtsituationen, die die Dunkelheit in der Tiefe des Gebäudes und zum Hang hin ausgleichen sollen.

Die Stiegen werden durch große Oberlichten und Verglasungen ins Freie belichtet, der Haupterschließungsgang läuft durch das Gebäude an beiden Enden ins Freie und erhält über das Stiegenoberlicht und einen Luftraum Tageslicht. Hangseitig gelegene und somit unterirdische Räume der unteren Ebene werden durch Innenhöfe natürlich belichtet und um private, intime Freiräume erweitert. Der Vorsprung der oberen Ebene sorgt für Beschattung der Süd- und Ostfassade in den Mittagsstunden.
Die Dachfläche des Gebäudes wird zur fünften Fassade. Der Baukörper wurde mit oxydiertem Kupferblech verkleidet – ein Material, das sowohl für die Fassaden, als auch für die Dachfläche geeignet ist. Der erdige, braun-rötliche Ton und die Verlegung verleihen dem Baukörper eine lebendige haptische Qualität.
Aufgrund von Flächenheizungssystemen und einer kontrollierten Belüftung der Aufenthaltsräume mit Wärmerückgewinnung erreicht das Gebäude Niedrigenergiestandard.
Auch der PARKplatz wurde neu gestaltet: Einerseits wurden hier befestigte Verkehrsflächen angelegt (Asphalt und Rasensteinpflaster im Sandbett), andererseits sorgen Schotterstreifen und Hecken zwischen den befestigten Flächen für so genannte „Sickerkoffer“, hier gibt es zudem einen Kinderspielplatz und Sanitäranlagen.
Eine neue, besonders breite Fußgängerbrücke stellt die Anbindung an die Gemeinde her und bietet gleichzeitig eine Terrasse über der Drau. Die Brücke ist einerseits als Wegeverbindung und andererseits, durch die große Breite und die kreisförmige Ausstanzung, als Terrasse über dem Wasser der Drau konzipiert.lem



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