…dem Sonnenschutz zuliebe
Das zweigeschossiges Ausstellungsgebäude von Giselbrecht und Partner steht ganz im Zeichen der „innovativen Verarbeitung von Metall“, um den Anforderungen des Bauherrn, einem Produzenten von Edelstahleinrichtungen gerecht zu werden. Mehr Raum für die Präsentation der umfangreichen Produktpalette und vor allem deutlich mehr Spielraum für eine flexible Gestaltung der Ausstellung, waren zwei der wichtigsten Kriterien.

Foto: IAA
Ein freigeformter Showroom bildet das Zentrum des Neubau. Das zweigeschossige Foyer wird über einen schmalen Metallsteg erschlossen. Wenige Stützen im Inneren erlauben einen freien Grundriss, sodass die Präsentationsmöglichkeiten nicht eingeschränkt werden.
112 Paneele mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen bilden die außergewöhnlichen Schattenspender, die sich leicht wie Papier verformen lassen und das das Bild des Gebäudes prägen, das nahezu unendlich viele Gestalten annehmen kann.
Eine völlig neuartige Konstruktion, die aus tragenden und beweglichen Elementen besteht. Tragend sind die an der polygonalen Glasfassade befestigten Edelstahl-Schwerter, auf die senkrechte Edelstahl-Führungsschienen montiert wurden. Die Paneele sind beweglich und können eine Fassadengestaltung von absoluter Geschlossenheit bis zu totaler Transparenz bewirken. Hierbei handelt es sich um perforierte, pulverbeschichtete Leichtmetall-Kassetten. Bei geschlossener Fassade dringt das Licht durch die perforierten Paneele diffus in den Raum.
Insgesamt 56 Motoren und ein BUS/SPS-Steuerungssystem bewegen die Elemente in allen drei Dimensionen stufenlos und sorgen für die unglaubliche Verwandlungsfähigkeit der Fassade. Einige besonders attraktive Positionen sind natürlich fix programmiert und können in eigenen Bewegungs-Sequenzen gleichsam wie ein Film aufgeführt werden.
Die Menge an natürlichem Licht ist für die Produktpräsentation ausreichend. Als Sonnenschutz fungieren die Elemente so gut, dass im Inneren ein angenehmes Klima herrscht und keine zusätzliche Kühlungsenergie benötigt wird. Zum Öffnen werden die Leichtmetall-Kassetten im Sturzbereich nach oben und im Parapetbereich nach unten völlig lautlos gefaltet. In Schrägstellung bilden sie schattenspendende Vordächer. Im völlig geöffneten Zustand kann das Sonnenlicht ungehindert einstrahlen. Diese Position ermöglicht den Besuchern auch einen freien Panoramablick auf die umgebende Landschaft.
Das Gebäude wurde neben dem Austrian Architecture Award 2008 und dem Award des Chicago Athenaeum 2008 auch mit dem diesjährigen ZT.Award, dem Preis für innovative, zukunftsorientierte und partnerschaftliche Planungsprojekte aller Fachbereiche der ZiviltechnikerInnen ausgezeichnet.



Ein ebenfalls sehr extravaganter Sonnenschutz wurde, wie ich finde, bei diesem Hochhaus, in Barcelona verwirklicht.
Die Fassade wurde mit MeshArt Drahtgewebe aus Edelstahl verkleidet, welches für eine Verschattung der Innenräume von etwa 50 % sorgt. Das Gewebe ist auf Paneele gespannt und bewirkt die insgesamt leichte und transparente Erscheinung des schmalen Gebäudes.
Etwa ein Viertel der Paneele ist in der oberen oder unteren Hälfte mit einer kugelförmigen Vertiefung versehen, die nach innen oder außen gestülpt ist. Diese spielen auf das Logo des Unternehmens an, dem das Gebäude gehört.
http://www.meshart.de/images/stories/referenzen/barcelona/indra1.pdf
Beides sehr schön: der Artikel und der Link, endlich mal ein innovativer Sonnenschutz, sieht hammer aus!