Wohnhaus St. Johann

12 11 2009

Kostengünstig und energetisch hocheffizient sollte das Haus für eine fünfköpfige Familie im deutschen St. Johann sein. Gegeben waren ein Grundstück in Hanglage und eine ländlich geprägten Satteldachlandschaft in der näheren Umgebung.


Foto: arcguide

Gössel + Kluge Architekten nahmen die Herausforderung an – und realisierten einen Baukörper mit Split-Level zur optimalen Nutzung des Geländes für ebenerdige Austritte in den Garten und sorgten anfangs mit dem ungewöhnlichen Neubau für Furore.

Die großdimensionierten Glasflächen orientieren sich konsequent am Sonnenlauf, unterstützt durch die Grundform des Hauses, die neben einer natürlichen Tiefenbelichtung des Gebäudeinneren auch solare Wärmegewinne in den Wintermonaten ermöglichen. So wird die im Sommer thermisch belastete Südseite durch eine weit auskragende Decke, die im Dachgeschoss einen Teil der dortigen Terrasse und Kindergalerie bildet, geschützt. Auf der Westseite übernehmen diese Aufgabe steuerbare Screen-Behänge.

Vorwiegend geschlossene Wandflächen mit kleinen Öffnungen und eine skulptural gefaltete Dachhaut, die dank einer transparenten Fuge bei nächtlicher Beleuchtung über dem Hauptbaukörper zu schweben scheint, schirmen die anderen Seiten dagegen zur Umgebungsbebauung ab und gewährleisten die Privatheit.


Foto: gk

Der offene Küchen- und Essbereich mit vorgelagerter Terrasse sowie Neben- und Technikräume befinden sich auf der untersten Ebene. Über eine zentral positionierte Treppe gelangen die Bewohner ins mittlere Geschoss, das auch von außen, über den Hauptzugang an der Nordostecke – unterhalb des auskragenden Daches – erreichbar ist. Diese Ebene nimmt sowohl das Elternschlafzimmer als auch den westorientierten Wohnbereich samt einer weiteren Terrasse unterhalb des Dachvorsprungs auf.

Die oberste Ebene des Hauses bietet Platz für die Kinder mit eigenem Bad und einem großzügigem Balkon vor der schrägen Glasfassade zum Tal. Dank der mehrfach gefalteten Dachschale sind auch die Räumlichkeiten dieses Geschosses trotz der geneigten Flächen vollwertig möblierbar und es besteht ausreichend Kopffreiheit. Um den Nutzern in Bezug auf spätere Umbauten ein Höchstmaß an Flexibilität zu garantieren und die Effizienz des Bauwerks zusätzlich zu steigern, konzipierten Gössel + Kluge auch die Außenhaut als modulares System.

Die Hülle besteht im Bereich der geschlossenen Flächen aus einer zweischaligen, hinterlüfteten Konstruktion, die über gute klimatische und isolierende Eigenschaften verfügt und als nahezu wartungsfrei gilt.





Dachbodenausbau „Zur Spinnerin“

24 09 2009

Weitblick erwünscht? atelier4 architects haben es im zehnten Wiener Gemeindebezirk einigen Bewohnern ermöglicht…


Foto: wohnen.at

Ein bestehendes Eckhaus und einstige Fabrik mit gründerzeitlicher Fassadengestaltung wurde von den Architekten um zwei Geschosse in Leichtbauweise aufgestockt. Sieben Wohnung – sechs davon Maisonettenwohnungen – finden auf dem Dach in der Troststraße/Zur Spinnerin Platz. Die Aufstockung erfolgt über den bestehenden Massivwänden über dem 3.Stock mittels einer Stahlskelett-Leichtkonstruktion mit ausfachenden Holztafelelementen.

Das Untergeschoss der Aufstockung mit seinem tiefer liegende Fensterband über dem Hautgesimse bildet die Verbindung zwischen Alt und Neu auf der breiten Südfront an der Troststraße. Dieses neue Geschoss erstreckt sich winkelförmig abgesetzt an der Gasse „Zur Spinnerin“ fort und dient als Zäsur zum horizontal gelagerten oberen Baukörperriegel.

Der darüber scheinbar schwebende und nach Süden mit tiefen Loggien öffnende Baukörper unterstützt die Richtungsdynamik der Troststraße, während das Geschoss in der Gasse „Zur Spinnerin“ wieder abgesetzt mit begrüntem Flachdach ausgebildet wird.


Foto: atelier4 architects

Die Situierung des Gebäudes ermöglicht den neuen Wohnung weite Ausblicke bis in die Stadt. Die Wohnungen im Obergeschoss öffnen den Blick in zwei Richtung quer durch die gesamte Wohnungstiefe. Schlafräume befinden sich im Untergeschoss und Wohnräume im oberen Stock, die an Freiräume anschließen.

Die südliche Orientierung des Gebäudes ermöglicht darüber hinaus die Nutzung passiver Sonnenenergie in den Wintermonaten und durch die großen vorgelagerten Loggien beziehungsweise außenliegenden Sonnenschutz wird die sommerliche Erwärmung reduziert und damit die Behaglichkeit gesteigert.

Die Idee zum Dachausbau wurde erst durch den Bedarf neuer Büroflächen und den damit beauftragten Architekten geboren. Daher wurden in derselben Phase auch Empfangsbereich und Gartenhof umgestaltet. Die neue Eingangshalle mit Infopoint dient als Gelenk zu den im entkernten Altbau flexibel unterteilbaren Großraumbüroflächen, Besprechungszimmer sowie über eine verglaste Brückenkonstruktion die Verbindung zum neuen zweigeschossigen im Hof situierten Büropavillon herstellt. Im Norden und im Süden öffnet er sich mit Nurglasfronten und Terrassen zum neu gestalteten Hof.





Case Study House 8

17 08 2009

Ein interessantes Objekt für das kommende Woche stattfindende Gebäudehülle-Seminar würde meiner Meinung nach das Case Study House 8 von Hoyer Schindele Hirschmüller Architekten bieten, das derzeit in Berlin ein neues Experimentierfeld für Innen- und Außenräume aufzeigt und die Gebäudehülle teils sogar aufzulösen scheint…

Baulücken bieten den HSH Architekten seit jeher ein breites Arbeitsspektrum: beim Case Study House 5 in Berlin Prenzlauer Berg beispielsweise „parkten“ die drei Architekten in einem vier Meter breiten Luftraum eine Lückenbebauung, die im Rahmen des Projekts zunächst gar nicht als Baugrundstück vorgesehen war:

Das Eckgrundstück in der Gormannstraße in Berlin-Mitte, dessen Bebauung im Laufe der Zeit bereits einige Male verworfen wurde, ist von zwei je zwanzig Meter hohen Brandwänden begrenzt. Daher wurden bei den ersten Entwurfsideen, die rein horizontal gegliederte Geschosse vorsahen, auch keine Interessenten für die dunklen unteren Etagen gefunden.


Foto: HSH architects

Der Entwurf der HSH Architekten sah daher ein Stadthaus vor, in dem nicht horizontal sondern vertikal gewohnt wird. Dadurch entstand eine Eckbebauung, in der sich drei individuelle Stadthäuser jeweils über vier Ebenen, vom eigenen Zugang direkt von der Straße bis zum über zwei Etagen reichenden Dachraum mit Terrasse und einer Wohnfläche von 180 bis 224 Quadratmeter erstrecken. Um Licht in die Häuser zu bringen, wurden zudem zwei 15 Quadratmeter große, verglaste Innenhöfe in die Baukörper eingefügt und den Bewohnern steht dadurch ein privater Innenhof zur Verfügung.

Im städtischen Maßstab werden die Häuser jedoch als ein Baukörper zusammengefasst und von einer Aluminiumhaut umschlossen. Die innere Gebäudestruktur lässt sich klar in der Außenfassade abzeichnen.

In den Wohnungen werden damit differenzierte Raumqualitäten erzielt, vom zweigeschossigen Dachraum mit offenem Grundriss und Terrasse bis zu den Rückzugsbereichen in den unteren Etagen. Hier sind abtrennbare Arbeits- und Gästebereiche denkbar. Die zu den Wohnungen gehörenden Innentreppen schaffen vertikale Raumbezüge und minimieren zugleich die öffentliche Erschließung auf einen gemeinsamen Aufzug.

Lufträume, Patios in den beiden seitlichen sowie eine Loggia im mittleren Stadthaus verknüpfen als kommunikative Elemente die verschiedenen Ebenen und spielen mit dem Verhältnis zwischen Innen und Außen. Durch die Patios entstehen sehr private, offene Innenräume mitten in der Stadt.

Diese offene Struktur und Transparenz nach Vorbildern aus London und Amsterdam fand in Berlin großen Zuspruch und verleiht dem Wort Baulücke ein neues Qualitätssiegel.





Forum Gebäudehülle

13 08 2009

Am 25. August findet eine weitere Verbundveranstaltung der Firma alwitra, Rockwool und Ytong in Bremen statt, die sich dem Thema Gebäudehülle widmet.


Foto: yushimoto_02

Bei dem halbtägigen Herstellerforum Gebäudehülle stehen die bauphysikalisch oft sehr komplexen Konstruktionen der Außenhaut sowie die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz im Mittelpunkt. Nicht nur Tragwerksprobleme, Feuchteschäden, fachgerechte Anschlüsse, Schallschutz, Wärmebrücken und Luftdichtheit, sondern auch zahlreiche Herausforderungen EnEV müssen dabei beachtet werden.

Daraus ergeben sich bei der Planung von Gebäudehüllen sehr unterschiedliche Fragestellungen und Probleme für Architekten. Die Wahl des verwendeten Materials, die angemessene Konstruktion, die Detaillösungen und eine strukturierende Entwurfsidee sind maßgebliche Elemente des Entwurfsprozesses. Wie mit der Auswahl der Materialien, Konstruktion, Detailausbildung und Gestaltung darauf reagiert werden kann, vermittelt das Seminar anhand folgender Programmpunkte:

- Porenbeton in Dach und Wand – Tragfähigkeit und konstruktive Lösungen, Dachaufbauten (Xella)
- Dämmstoffe – elementarer Bestandteil der Gebäudehülle (Deutsche Rockwool)
- Abdichtung von Flachdächern – Kunststoffbahnen nach aktuellen Richtlinien und Normen, Lösungen mit dachintegrierten PV-Anlagen (Alwitra)
- Planen mit Tageslicht im Dach – Rückblick und Gegenwart, Anforderungen und fachgerechte Anschlüsse (Velux)
- Gebäudehülle mit Titanzink (Rheinzink)
- Thermische Trennung von tragenden Elementen in der Fassade – Wärmebrücken, thermische Trennung von Stahl- und Stahlbetonteilen und neue Balkone an alten Gebäuden (Schoeck)
- Optimierung der Gebäudehülle durch Luft- und Winddichtheit (Siga)
- Integrierte Anlagentechnik in der Gebäudehülle, DIN-Normen, Technische Details und energetische Aspekte (Colt)

Diese Veranstaltungsreihe wurde bereits vor neunzehn Jahren gestartet und bietet nach wie vor Planern und Architekten aktuelle Tipps und Lösungshilfen zu ausgewählten Themen-Schwerpunkte aus der Praxis. Für alle Interessierten: Hier kann man sich noch für die kostenlose Veranstaltung registrieren.





Hoch hinaus mit t-hoch-n und CZIEP Architekten

16 07 2009

Während man eigentlich kopfüber ins Wasser springt, schau ich mir in der quasi „leergefegten“ Stadt an, was über unser aller Köpfe gebaut wird:

Kaum zu sehen, aber auch kaum zu übersehen ist der Dachausbau der t-hoch-n Architekten in der Josefinengasse – gerne hätte ich mir aus der Perspektive des gegenüberliegenden Wohnhauses einen besseren Blick verschafft, allerdings blieb die Tür für mich versperrt… :-(

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Auf der Seite der Architekten ist nachzulesen, dass der Dachboden des ca. 135 Jahre alten Hauses zum Großteil in seiner Außenhülle belassen werden musste.

Im Innenhofbereich hingegen klappte man Teile der Dächer auf und schuf Platz für Terrassen. Zum Straßenraum hin erkennt man aus der Froschperspektive im Ansatz die Entwurfsidee: die beiden rechtwinkelig zueinander stehenden Pultdächer des Eckhauses entziehen sich der gewohnten Form dadurch, dass das Dach in der Josefinengasse bis zur Hauskante verlängert wurde und die darunterliegende, großzügige Eckterrasse schützt.

Die beiden Dächer weisen zahlreiche Einschnitte auf: Dachflächenfenster versorgen den gesamten Wohnraum mit ausreichend Tageslicht. Die unterschiedlich großen, zweigeschossigen Wohnungen mit offenen Treppen und Galerien nützen den ganzen Dachraum und ergeben dadurch spannende Blickbeziehungen.

Eine weitere Entdeckung machte ich - quasi ums Eck – in der Adambergergasse:

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Ein Jahrhundertwendehaus, das mit großräumigen Dachgeschoßmaisonetten und Dachterrasse aufwartet – geplant von CZIEP Architekten ZT GmbH:

Die nach Süden orientierten Dachschrägen werden durch abgerundete Balkone unterbrochen und verleihen dem Haus eine neue Dachlandschaft. Zwischen den Balkonen sorgen große, uneinsehbare Doppel-Dachflächenfenster für helles Wohnklima.

In den hofseitig gelegenen Wohnungen gelangt man direkt vom Wohnraum auf die erste Terrasse, die in den warmen Monaten als Wohnzimmervergrößerung dienen kann.

Die gemeinschaftliche Dachterrasse verschafft als höchster Punkt einen weitreichenden Blick – über die Köpfe der Passanten hinweg – zum Stephansdom…

Und noch ein wichtiges Detail in Hitzezeiten, wie diesen: Energiesparende Luftwärmepumpen versorgen die Deckenkühlung, die in allen Räumen angenehmes Raumklima ermöglicht…





Dachausbau Juchee

3 07 2009

Der Projekttitel JUCHEE, geplant von den dreer2 Architekten steht nicht für Schihütte oder Sprungschanze, sondern ist der Arbeitstitel des Dachausbaus eines Mehrfamilienhauses in Klosterneuburg – und deshalb auch ganz schön passend ;-)


Foto: VELUX Österreich GmbH

Eine bereits bestehende Dachwohnung sollte erweitert werden und dafür wurde die zweite Hälfte des Dachbodens des Klosterneuburger Gründerzeithauses, die bis dato als Lager genutzt wurde, adaptiert und mit der bestehenden Wohnung verbunden.

Der Titel trifft insofern auch gut zu, da die Erweiterung Platz für die Kinder der Bauherren schaffen sollte. Der Umbau öffnet gleichzeitig die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt den Bereich in zwei separate Wohneinheiten zu teilen.

Der Bau konnte durch den Einsatz von vorfabrizierten Holzfertigteilen in einer kurzen und kosteneffizienten Bauzeit umgesetzt werden. Stück für Stück erfolgte die Abtragung des alten Bestands und der gleichzeitige Aufbau des neuen Dachstuhls. Die großzügigen Dachflächenfenster und Vorsprünge der neuen Dachform passen sich an die Substanz an und bleibt im Gesamten schlicht und zurückhaltend. Die Dacheindeckung erfolgte in Zinkblech.

Eine hofseitig gelegene, zwölf Quadratmeter große Terrasse rundet das Dachensemble ab und da kann einem schon ein „Juchee“ über die Lippen kommen, wenn einem die luftige Höhe zu Kopfe steigt.





1. Passivhaus-Hotel in Europa

28 06 2009

Wer in Zukunft umweltbewusst logieren möchte, sollte sich schon bald ein Hotelzimmer im Boutiquehotel Stadthalle reservieren…was einen erwartet? Ein einzigartiges Hotelkonzept im urbanen Raum…

Die Bauherrin des Hotels erweitert gemeinsam mit Architekt Trimmel das bestehende und erst kürzlich renovierte Hotel im 15. Wiener Gemeindebezirk bis November um einen sechsstöckigen Zubau mit 38 Zimmern. Der bestehende Trakt wurde im Rahmen der Renovierung auf Niedrigenergiestandard gebracht und der Neubau wird zu hundert Prozent den Verbrauch mit eigenproduzierter Energie decken und damit ein umweltfreundliches und energiesparendes Vorzeigeprojekt abgeben.

Die Nullenergiebilanz wird erreicht, indem Energie mit Grundwasserwärmepumpen, einer Photovoltaikanlage und der Vergrößerung der betehenden Solaranlage selbst gewonnen wird. Die Heizung und Kühlung erfolgen mittels Betonkernaktivierung auf Niedertemperaturbasis. Als Kühlwasser wird ebenfalls das vorhandene Brunnenwasser verwendet.

Die Wohnraumlüftung erfolgt mit einer mind. 90%igen Wärmerückgewinnung und einer Frischluftvorwärmung durch die Solaranlage. Zur Warmwassererzeugung und Beheizung wird eine 130m² große thermische Solaranlage errichtet. Der Temperaturbereich zwischen 1° und 25°C wird für die Frischluftvorwärmung verwendet. Zusätzlich wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtfläche von ca. 77m² am Flachdach und teilweise an der Fassade geplant.

Für die Abdeckung der Energiebedarfsspitzen am Abend ist auf dem Dach der Einbau von vier Windrädern geplant. Außerdem wird Restenergie in das Öko-Stromnetz eingespeist und ebenfalls für Spitzenzeiten bereitgestellt.

Insgesamt 4,5 Millionen Euro investiert die Eigentümerin in den kommenden Monaten in den Um- und Zubau des Boutiquehotels Stadthalle. Zusätzlich zu den 38 Zimmer sind ein grüner Innenhof, ein Lavendeldach, drei Suiten im Dachgeschoss mit großzügig verglasten Gaupen und eigenen Terrassen und ein Frühstücksbereich im Erdgeschoss vorgesehen. Ab dem ersten Obergeschoss bis ins Dachgeschoss erhält das Hotel eine Passivhaushülle mit einem Jahres-Heizwärmebedarf von circa 9 kWh/m2. Das Regenwasser wird für die Grünoase im Innenhof und in aufbereiteter Form für die WC-Spülung genutzt.

Das Projekt wurde bereits mit dem österreichischen Umweltzeichen und dem eco-label der Europäischen Union ausgezeichnet.





Velux Medien Lounge

21 06 2009

…was haben Velux, ein Bunker und die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gemeinsam?

Die Ostermann Architekten planten für die WM 2006 auf dem Dach des Medienbunkers am Heiligengeistfeld in Hamburg für die Zeit der Fußball-WM die VELUX Lounge als temporäre Zeltkonstruktion.

Und da ich mittlerweile ein Faible für Bunker-Projekte habe, zeige ich anhand folgenden Youtube-Videos einen weiteren Ansatz dieser Reihe auf:





Platzhalter Architektur

16 06 2009

Ein Wiener Architekturbüro plant Wohnhauserweiterung = „Platzhalter Architektur“ schafft mit „Lift“ einen hochgehievten Raumeinschub…


Foto: Platzhalter Architektur

Wenn man das Objekt zum ersten Mal sieht, ist man sofort der Meinung, dass der Name des Büros im Fall des Dachzubaus gleichzeitig Pate für das Projekt stehen könnte, denn die aus Sichtbeton geplante Erweiterung in Mönchengladbach sitzt auf dem Dach eines Klinker-Fabrikbaus und klemmt zwischen der vorhandenen Bebauung.

Das Fensterband und die Materialwahl der Fassade des auskragenden Kubus stehen im Kontrast zu den industriellen Nachbargebäuden: „Die Sichtbetonhülle soll die Härte des Ortes verdeutlichen.“

Der Wohnraum wurde durch den Aufbau um 23 Quadratmeter erweitert und ist mit dem Bestandsbau verbunden. Bei der Wohnraumerweiterung wurde vor allem auf helle Farben und viel Tageslicht – eine Seitenwand wurde komplett verglast – Wert gelegt. Von hier aus hat man auch Zugang zur Terrasse, die Dominik Hennecke ebenfalls entwarf.

Mein Resümee: Für mich hat das Wort „Platzhalter“ eine weitere – in diesem Fall eindeutig positive Bedeutung dazugewonnen!





Cockpit über Wien

4 06 2009

Der Dachaufbau am Anfang der Mariahilfer Straße gegenüber dem Museumsquartier hat immer schon meine Blicke auf sich gezogen…

Das Planungsbüro ist niemand geringerer als einer der beiden Kooperationspartner, die den Wettbewerb für den Österreichischen Expo Pavillon 2010 in Shanghai für sich entscheiden konnte – das Büro Arkan Zeytinoglu

Foto: Heidenbauer

Es geht sicherlich einigen Wien-Kennern und vor allem Wien-Besuchern gleich: Der Dachausbau ist am Weg vom Volkstheater Richtung Mariahilferstraße ein Anziehungspunkt und setzt dem gesamten Gründerzeitbau, der im Rahmen des Dachausbaus ebenfalls einer Sockel- und Generalsanierung unterzogen wurde, eine dynamische Krone auf.

Der Architekt hat in Wien schon mehrere Dachausbauten realisiert. Für diesen Dachaufbau, der als Büro genutzt wird, wurde eine Homogenität des Baukörpers geschaffen, die bei Wohnungen schwer umsetzbar sind. Um dieses Ziel zu erreichen, ragen anstelle großer Dachterrassen auf allen Ebenen kleine Raucherbalkone in den Lichthof. Straßenseitig präsentiert sich der Dachausbau als geschlossener Körper, kein Türmchen markiert den Abschluss. Statt dessen präsentiert sich die Eckausbildung mit einer „kobraähnlichen Erhöhung“, so der Architekt.

Auch die Geschäftslokale in der Erdgeschosszone wurden renoviert. Ein Problem im homogenen Erscheinungsbild stellte der U-Bahnabgang dar, der sich im Haus befindet. Als Lösung spannt sich ein Schildes quer über die Fassade, 2 Meter weit auskragend betont es die Horizontale und beruhigt das heterogene Erscheinungsbild in der Ladenzone.