| Architektur-Shortcuts |

18 11 2009

Bei den World Architecture Festival Awards in Barcelona hat das Unilever-Haus in der Hamburger Hafencity den Preis für das beste Bürogebäude der Welt gewonnen. Der Entwurf für die architektonische Gesamtentwicklung stammt von Behnisch Architekten und ist für seine offenen Arbeitsräume und Nachhaltigkeitsaspekte bereits mehrfach ausgezeichnet worden.


Foto: BEHNISCH ARCHITEKTEN

Dank eines speziellen Energiekonzepts hat das Gebäude den Gold Standard im nachhaltigen Bauen erreicht und ist bereits mit dem Bex – Award1 ausgezeichnet.

Es ist weltweit das erste Haus, in dem es  ausschließlich LED-Beleuchtung gibt und kann daher extrem energiesparend betrieben werden.





Wohnhaus St. Johann

12 11 2009

Kostengünstig und energetisch hocheffizient sollte das Haus für eine fünfköpfige Familie im deutschen St. Johann sein. Gegeben waren ein Grundstück in Hanglage und eine ländlich geprägten Satteldachlandschaft in der näheren Umgebung.


Foto: arcguide

Gössel + Kluge Architekten nahmen die Herausforderung an – und realisierten einen Baukörper mit Split-Level zur optimalen Nutzung des Geländes für ebenerdige Austritte in den Garten und sorgten anfangs mit dem ungewöhnlichen Neubau für Furore.

Die großdimensionierten Glasflächen orientieren sich konsequent am Sonnenlauf, unterstützt durch die Grundform des Hauses, die neben einer natürlichen Tiefenbelichtung des Gebäudeinneren auch solare Wärmegewinne in den Wintermonaten ermöglichen. So wird die im Sommer thermisch belastete Südseite durch eine weit auskragende Decke, die im Dachgeschoss einen Teil der dortigen Terrasse und Kindergalerie bildet, geschützt. Auf der Westseite übernehmen diese Aufgabe steuerbare Screen-Behänge.

Vorwiegend geschlossene Wandflächen mit kleinen Öffnungen und eine skulptural gefaltete Dachhaut, die dank einer transparenten Fuge bei nächtlicher Beleuchtung über dem Hauptbaukörper zu schweben scheint, schirmen die anderen Seiten dagegen zur Umgebungsbebauung ab und gewährleisten die Privatheit.


Foto: gk

Der offene Küchen- und Essbereich mit vorgelagerter Terrasse sowie Neben- und Technikräume befinden sich auf der untersten Ebene. Über eine zentral positionierte Treppe gelangen die Bewohner ins mittlere Geschoss, das auch von außen, über den Hauptzugang an der Nordostecke – unterhalb des auskragenden Daches – erreichbar ist. Diese Ebene nimmt sowohl das Elternschlafzimmer als auch den westorientierten Wohnbereich samt einer weiteren Terrasse unterhalb des Dachvorsprungs auf.

Die oberste Ebene des Hauses bietet Platz für die Kinder mit eigenem Bad und einem großzügigem Balkon vor der schrägen Glasfassade zum Tal. Dank der mehrfach gefalteten Dachschale sind auch die Räumlichkeiten dieses Geschosses trotz der geneigten Flächen vollwertig möblierbar und es besteht ausreichend Kopffreiheit. Um den Nutzern in Bezug auf spätere Umbauten ein Höchstmaß an Flexibilität zu garantieren und die Effizienz des Bauwerks zusätzlich zu steigern, konzipierten Gössel + Kluge auch die Außenhaut als modulares System.

Die Hülle besteht im Bereich der geschlossenen Flächen aus einer zweischaligen, hinterlüfteten Konstruktion, die über gute klimatische und isolierende Eigenschaften verfügt und als nahezu wartungsfrei gilt.





Deutschlands Modellhaus 2020

22 10 2009

Die Zielsetzung, ein Doppelhaus aus den 1950er Jahre zu sanieren und als Velux Model Home 2020 nächstes Jahr in Deutschland zu präsentieren verdient Applaus, denn dieses Modernisierungsprojekt mit Modellcharakter zeigt einen wichtigen Aspekt des zukünftigen Wohnens und der Verbesserung der Umweltbilanz auf.


Foto: TU Darmstadt

Im Rahmen eines Studentenwettbewerbs ausgelobt, realisiert Velux die Sanierung einer Doppelhaushälfte, bei der eine Lösung für optimierte Energieeffizienz verbunden mit höchstem Nutzerkomfort entwickelt wird. Dies soll zeigen, welche Ergebnisse sich mit einer integrierten Planung und dem Einsatz zeitgemäßer Technik erzielen lassen.

Energetisch sollen die Doppelhaushälften im sanierten Zustand unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Diese richten sich einerseits an die neue EnEV 2009 und zum anderen an einen Passivhaus- oder/und Energieplus-Standard. Desweiteren wird ein großer Wert auf den zukünftige Wohnkomfort und die Tageslichtsituation gelegt.

Auch die zweite, in Privatbesitz befindliche Doppelhaushälfte, wurde von den Studenten mitbeplant. Hier soll unter dem Aspekt „Kosteneffizienz“ modernisiert werden, um Ergebnisse zu erzielen, die mit durchschnittlich verfügbaren Mitteln eines Bauherrn realisierbar sind.

Eine Fachjury prämierte Anfang September vier der insgesamt zwölf eingereichten Entwürfe. Der Jury gehörten neben den Experten aus dem Kompetenzteam sowie VELUX Mitarbeitern auch der Geschäftsführer der IBA Hamburg, Uli Hellweg, und der Baudirektor im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtplanung, Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner, an. Neben dem Energiekonzept und den Maßnahmen zur Steigerung des Wohnwerts bewertete die Jury außerdem die architektonische Kreativität der Konzepte. Als Siegerin ging Katharina Fey mit ihrem Entwurf „…aus eigenem Anbau“ aus dem mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Wettbewerb hervor. Die voraussichtliche Fertigstellung ist mit Mai 2010 datiert.

Aktuell werden europaweit sechs Konzepthäuser (u.a. Österreich) entwickelt, welche die klimatischen, kulturellen und architektonischen Bedingungen der jeweiligen Länder berücksichtigen und spezifische Lösungen entwickeln. Von Juni bis voraussichtlich Dezember 2010 steht das Model Home 2020 Fachleuten und Bauherren als Forum für den Austausch über die Zukunft des Wohnens im 21. Jahrhundert offen.

Weitere Informationen unter www.iba-hamburg.de





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21 10 2009

Das Team der TU Darmstadt konnte bereits zum zweiten Mal den Internationalen Wettbewerb für Nachhaltiges Bauen, den SOLAR DECATHLON mit dem Solarhaus „surPLUShome“ für sich entscheiden.


Foto: Solar Decathlon

Weitere Infos: Daily Green





Licht | Luft | Raum

30 09 2009

Zum fünften Mal lobt VELUX Deutschland GmbH in Kooperation mit der Architekturfachzeitschrift DETAIL den Architekten-Wettbewerb – AW 2010 – in Deutschland aus. Unter dem Titel Licht l Luft l Raum werden realisierte Objekte prämiert, die das Thema Tageslicht in besonderer Weise umsetzen sowie durch ästhetische Qualitäten, konstruktive Elemente und die integrative Lösung im Gesamtentwurf überzeugen.

veluxwettbewerb2010

Licht und Luft werden als Gestaltungselemente verstanden. Die Wahrnehmung von Belichtung in unterschiedlichen Sättigungsgraden und Farbqualitäten sowie Luftbewegungen und –temperaturen trägt maßgeblich zur Qualität der Architektur bei. Durch den gezielten Einsatz von Belichtung und Belüftung wird eine ganzheitliche Atmosphäre geschaffen, die zu einer Steigerung der Raum- und Lebensqualität führt. Dabei können Produkte aus der vielfältigen VELUX Produktpalette zur Anwendung kommen. Gesucht werden jegliche Arten von Bauvorhaben: von kleinen Eingriffen im Bestand über komplexe Aufgaben bei Neubauten bis hin zum Wohnungs-, Gewerbe- und Verwaltungsbau.

Vom 1. Oktober bis 14. Dezember kann man Projekte, die nicht vor dem ersten Januar 2004 fertiggestellt wurden, online unter www.velux.de/architektur/aw2010 einreichen und damit an dem mit insgesamt 11.000 Euro dotierten Wettbewerb teilnehmen.

Erstmalig wird die Jury einen Sonderpreis für junge Architekturbüros und junge freischaffende Architekten vergeben. Ausgezeichnet werden in dieser Kategorie Projekte, die von Architekten bzw. Architektinnen errichtet wurden, die zum Zeitpunkt der Fertigstellung das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten.

Teilnahmeberechtigt sind Architekten, Bauingenieure, Innenarchitekten und Bauvorlageberechtigte in Deutschland, die zur Führung der jeweiligen Berufsbezeichnung berechtigt sind. Bei Arbeitsgemeinschaften muss jedes Mitglied eine Teilnahmeberechtigung nachweisen. Die Teilnahme ist mit maximal 3 Projekten möglich. Die Vorprüfung der eingereichten Arbeiten erfolgt durch die Redaktion der Architekturfachzeitschrift DETAIL.

Die Beurteilung der Arbeiten erfolgt durch eine siebenköpfige, unabhängige Jury, der die folgenden Personen angehören:
- Peter Andres, Inhaber Peter Andres Beratende Ingenieure für Lichtplanung, Hamburg
- Bernd Blaufelder, Bundesgeschäftsführer Bund Deutscher Architekten BDA, Berlin
- Claus-Peter Haller, Chefredakteur “house and more“, Hamburg
- Andreas Kuipers, Geschäftsführer VELUX Deutschland, Hamburg
- Prof. Johanne Nalbach, Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
- Christian Schittich, Chefredakteur „DETAIL“, München
- Thomas Unterlandstättner, Unterlandstättner Architekten (Vorjahressieger), München
Das Juryurteil wird die Nominierung von bis zu fünf eingereichten Projekten sowie die Vergabe des
Newcomer Sonderpreises umfassen.

Im Rahmen einer Nominierungsveranstaltung im März 2010 werden die Arbeiten der Zeitschrift „house and more“ zur Veröffentlichung übergeben. Im zweiten Schritt liegt dann die endgültige Entscheidung bei den Lesern des Bauherrenmagazins.





Forum Nachhaltiges Bauen

26 08 2009

Die Verbundveranstaltung Nachhaltiges Bauen, die am 2. September in Bonn stattfinden wird, zeigt, wie durch sorgfältige Planung und durch die Auswahl von entsprechenden Produkten Energie gespart und die Umweltressourcen geschont werden können. Neben theoretischen Fragestellungen hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte zeigen die Referenten die bisher erreichten Ziele auch anhand einiger Praxisbeispiele auf.


Foto: hdx.rm

Die Reihe sieht dafür folgende Programmschwerpunkte vor:

DEUTSCHE BUNDESSTIFTUNG UMWELT
Lifecycle – Recycle
Nachhaltiges Bauen – Kostenersparnis
(K)ein Widerspruch
Praxisbeispiele

ROCKWOOL
Einsatz von Rockwool-Dämmstoffen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit
Lebenszyklus von Steinwolle: Herstellung – Nutzung – Recycling
Leistungsfähigkeit der Dämmung im Wärme-, Schall- und Brandschutz

ALWITRA
Nachhaltiges Bauen im Bereich flacher und flachgeneigter Konstruktionen
Dachaufbauten/Normen/Langlebigkeit der Dachabdichtung
Rückführung der Dachabdichtung (Stoffkreislauf)
Ökologischer Zusatznutzen auf Flachdächern

SFS
Sichere Befestigungssysteme für Flachdachkonstruktionen
Spezielle Anforderungen in der Sanierung
Eignung von Befestigungssystemen für verschiedene Untergründe

RHEINZINK
Zink – ein natürlich ökologischer Baustoff
Regenwassermanagement
Solarthermie
Anwendungsbeispiele

VELUX
Nachhaltige Tageslichtplanung im Dach
Von der Planung bis zum Recycling
Planungsanforderungen und fachgerechte Ausführung
Beispiele aus der Architektur

SIGA
Wohn- und Gebäudequalität durch Luft- und Winddichtheit
Konvektion vs. Diffusion
Luft- und Winddichtheit im Bereich der energetischen Gebäudesanierung

COLT
Nachhaltiges Bauen mit integrierter Anlagentechnik
Nachhaltige Energieeinsparung durch Sonnenschutz
Konsequente Ausschöpfung der Energieeffizienz
Sicheres und nachhaltiges Bauen mit vorbeugendem Brandschutz





Haus 9×9

20 08 2009

…um gleich beim Thema Gebäudehülle zu bleiben, setze ich mit einer weiteren „ungewöhnlichen“ Fassade fort:


Foto: Titus Bernhard Architekten

Das Haus 9×9 von Titus Bernhard Architekten wurde zwar bereits 2003 fertiggestellt, allerdings stellt es nach wie vor ein revolutionäres Bauvorhaben dar, dass sich dank der architektonischen Anerkennung in der Branche einigen Widerstände von Seiten der örtlichen Baubehörde und der Nachbarschaft durchsetzen konnte.

Circa 40.000 Steine in Drahtkörben gefüllt umhüllen das zweigeschossige Haus und verleihen dem Gebäude ein archaisches Erscheinungsbild. Der minimalistische Kubus wurde als bewohnbare Skulptur mit assymmetrischen Pyramidendach konzipiert, dessen Hauswände nahtlos über die Traufkanten hinweg auf das Dach verlaufen und somit das Dach als fünfte Fassade in Erscheinung tritt.

Auch hier forderte die technische Ausführung eine eigenständige und neuartige Detailplanung. Die erste Gabionenfassade wurde einem gedämmten und abgedichteten Rohbau vorgehängt. Die Gebäudehülle, die unter den Körben als wasserführende Schicht ausgeführt ist, erfüllt auch wichtige ökologische Funktionen, indem die 28 Tonnen schwere Speichermasse den Wärmedurchgang regulieren: im Sommer wie im Winter zeigt sich ein behagliches Klima und minimaler Heizbedarf.

Dem bisher einzig bekannten und in gewisser Weise vergleichbaren und als Inspiration dienende Weingut Dominus in Nappa Valley von Herzog & deMeuron, ist das Haus 9×9 aufgrund der nicht selbsttragenden Konstruktion und des Übergangs in die Dachschrägen überlegen. (Außerdem tummeln sich in Augsburg sicherlich weniger Schlangen, die sich in der Fassade einnisten ;-) )


Foto: Titus Bernhard Architekten

Im Kontrast zur „steinigen“ Außenhaut steht ein helles Innenraumkonzept auf dem quadratischen Grundriss von 9×9 Metern. Wohnraum, Küche und Essbereich in einer offenen Raumfolge sind im Erdgeschoss angesiedelt, während Arbeitsgalerie, Schlaf- und Ankleideraum sowie Bad im Obergeschoss untergebracht sind. Zusätzlich findet sich noch eine Lesegalerie, die anhand der bündig anschließenden Dachflächenfenster die Bewohner mit genügend Tageslicht versorgt und über eine steile Sambatreppe erreichbar ist. Die Galerien verleihen dem 120 Quadratmeter großen Haus einen großzügigen und luftigen Raumeindruck.

Die Bauherren und das Planerteam verstehen dieses Stück Architektur „als Statement gegen banale örtliche Gestaltungssatzungen, die nicht dazu beitragen können, Baukultur zu fördern.“

Mehr davon, bitte!





Zertifiziertes Passivhaus Ellinger

19 08 2009

In Sachen Energieeffizienz und guter Architektur bin ich auf den gleichnamigen Wettbewerb gestoßen und dabei auf das Zertifizierte Passivhaus Ulm der mühlich, fink & partner Architekten, das im Rahmen dieses Awards mit einer weiteren Auszeichnung honoriert wurde:

Foto: mfp ulm

Die Architekten erfüllten mit der Planung dieses Hauses den Bauherrenwunsch, der ein „extrem energieeffizientes“ Anforderungsprofil dafür erstellte. Die Küche bildet in dem Haus mit offener Raumstruktur die Mitte im Erdgeschoss. Der Wohnbereich orientiert sich nach Westen, während sich im Osten der Ess- und Gästetrakt anschließt. Die einzelnen Bereiche werden durch raumhohe Wandfragmente zoniert, so dass in jedem Raum interessante Blickachsen und Sichtbezüge entstehen. Ein Gebäudevorsprung im Norden nimmt das Entree und ein Gästebad auf. Das Zentrum im Obergeschoss ist ein großes Foyer, in dessen Mitte nur eine Badewanne und eine „Waschtisch-Spiegeleinheit“ stehen, geht es ringsum zu den Schlafzimmern.

Die CorTen-Stahl-Fassade bildet die umhüllende Oberfläche, die einerseits das kubische Erscheinungsbild verstärkt, bei vergleichbaren Bauaufgaben innovativ wirkt, sich permanent mit dem natürlichen Lichteinfall wandelt und Stimmungsbilder der jeweiligen Wettersituation spiegelt.

Größe und Anordnung der Fassadentafeln ergeben sich aus den Proportionen der Fensteröffnungen, die ebenfalls einer klar strukturierten Anordnung folgen. Die klare Form ergibt sich auch daraus, dass kein gesondertes Attikablech, keine Abkantung oder Überstand im Fassadenbereich diese bricht. Verständlich, denn nachdem sich die Architekten der Herausforderung stellten, eine neuartige nicht sichtbare, geklebte Lösung gemeinsam mit dem Fassadenbaubetrieb und dem Passivhausinstitut zu finden, ergab sich die Aluminium-/Edelstahlunterkonstruktion, um dem Auftrag des Bauherren – ein zertifiziertes Passivhaus zu bauen – nachzukommen. Nachhaltig aus Sicht des Architekten ist auch die Stahlfassade, weil sie in 50 bis 100 Jahren noch gut recyclebar sei.

Ich kann mich dem Autor Holger Reiners, der in seinem Buch „Spektakuläre Häuser“ dieses Haus als neuen Qualitätsmaßstab für eine Ökosiedlung bezeichnet, nur anschließen. Außerdem begeistere ich mich für dieses Material schon seit langem, vor allem Beispiele wie das Naturwissenschaftliche Museum Matsunoyama von Tezuka Architects oder das Bubbletecture Haus von Endo Shuhei haben mich davon überzeugt ;-)





Case Study House 8

17 08 2009

Ein interessantes Objekt für das kommende Woche stattfindende Gebäudehülle-Seminar würde meiner Meinung nach das Case Study House 8 von Hoyer Schindele Hirschmüller Architekten bieten, das derzeit in Berlin ein neues Experimentierfeld für Innen- und Außenräume aufzeigt und die Gebäudehülle teils sogar aufzulösen scheint…

Baulücken bieten den HSH Architekten seit jeher ein breites Arbeitsspektrum: beim Case Study House 5 in Berlin Prenzlauer Berg beispielsweise „parkten“ die drei Architekten in einem vier Meter breiten Luftraum eine Lückenbebauung, die im Rahmen des Projekts zunächst gar nicht als Baugrundstück vorgesehen war:

Das Eckgrundstück in der Gormannstraße in Berlin-Mitte, dessen Bebauung im Laufe der Zeit bereits einige Male verworfen wurde, ist von zwei je zwanzig Meter hohen Brandwänden begrenzt. Daher wurden bei den ersten Entwurfsideen, die rein horizontal gegliederte Geschosse vorsahen, auch keine Interessenten für die dunklen unteren Etagen gefunden.


Foto: HSH architects

Der Entwurf der HSH Architekten sah daher ein Stadthaus vor, in dem nicht horizontal sondern vertikal gewohnt wird. Dadurch entstand eine Eckbebauung, in der sich drei individuelle Stadthäuser jeweils über vier Ebenen, vom eigenen Zugang direkt von der Straße bis zum über zwei Etagen reichenden Dachraum mit Terrasse und einer Wohnfläche von 180 bis 224 Quadratmeter erstrecken. Um Licht in die Häuser zu bringen, wurden zudem zwei 15 Quadratmeter große, verglaste Innenhöfe in die Baukörper eingefügt und den Bewohnern steht dadurch ein privater Innenhof zur Verfügung.

Im städtischen Maßstab werden die Häuser jedoch als ein Baukörper zusammengefasst und von einer Aluminiumhaut umschlossen. Die innere Gebäudestruktur lässt sich klar in der Außenfassade abzeichnen.

In den Wohnungen werden damit differenzierte Raumqualitäten erzielt, vom zweigeschossigen Dachraum mit offenem Grundriss und Terrasse bis zu den Rückzugsbereichen in den unteren Etagen. Hier sind abtrennbare Arbeits- und Gästebereiche denkbar. Die zu den Wohnungen gehörenden Innentreppen schaffen vertikale Raumbezüge und minimieren zugleich die öffentliche Erschließung auf einen gemeinsamen Aufzug.

Lufträume, Patios in den beiden seitlichen sowie eine Loggia im mittleren Stadthaus verknüpfen als kommunikative Elemente die verschiedenen Ebenen und spielen mit dem Verhältnis zwischen Innen und Außen. Durch die Patios entstehen sehr private, offene Innenräume mitten in der Stadt.

Diese offene Struktur und Transparenz nach Vorbildern aus London und Amsterdam fand in Berlin großen Zuspruch und verleiht dem Wort Baulücke ein neues Qualitätssiegel.





Forum Gebäudehülle

13 08 2009

Am 25. August findet eine weitere Verbundveranstaltung der Firma alwitra, Rockwool und Ytong in Bremen statt, die sich dem Thema Gebäudehülle widmet.


Foto: yushimoto_02

Bei dem halbtägigen Herstellerforum Gebäudehülle stehen die bauphysikalisch oft sehr komplexen Konstruktionen der Außenhaut sowie die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz im Mittelpunkt. Nicht nur Tragwerksprobleme, Feuchteschäden, fachgerechte Anschlüsse, Schallschutz, Wärmebrücken und Luftdichtheit, sondern auch zahlreiche Herausforderungen EnEV müssen dabei beachtet werden.

Daraus ergeben sich bei der Planung von Gebäudehüllen sehr unterschiedliche Fragestellungen und Probleme für Architekten. Die Wahl des verwendeten Materials, die angemessene Konstruktion, die Detaillösungen und eine strukturierende Entwurfsidee sind maßgebliche Elemente des Entwurfsprozesses. Wie mit der Auswahl der Materialien, Konstruktion, Detailausbildung und Gestaltung darauf reagiert werden kann, vermittelt das Seminar anhand folgender Programmpunkte:

- Porenbeton in Dach und Wand – Tragfähigkeit und konstruktive Lösungen, Dachaufbauten (Xella)
- Dämmstoffe – elementarer Bestandteil der Gebäudehülle (Deutsche Rockwool)
- Abdichtung von Flachdächern – Kunststoffbahnen nach aktuellen Richtlinien und Normen, Lösungen mit dachintegrierten PV-Anlagen (Alwitra)
- Planen mit Tageslicht im Dach – Rückblick und Gegenwart, Anforderungen und fachgerechte Anschlüsse (Velux)
- Gebäudehülle mit Titanzink (Rheinzink)
- Thermische Trennung von tragenden Elementen in der Fassade – Wärmebrücken, thermische Trennung von Stahl- und Stahlbetonteilen und neue Balkone an alten Gebäuden (Schoeck)
- Optimierung der Gebäudehülle durch Luft- und Winddichtheit (Siga)
- Integrierte Anlagentechnik in der Gebäudehülle, DIN-Normen, Technische Details und energetische Aspekte (Colt)

Diese Veranstaltungsreihe wurde bereits vor neunzehn Jahren gestartet und bietet nach wie vor Planern und Architekten aktuelle Tipps und Lösungshilfen zu ausgewählten Themen-Schwerpunkte aus der Praxis. Für alle Interessierten: Hier kann man sich noch für die kostenlose Veranstaltung registrieren.