zeba 09

25 11 2009

„Österreichs 1. Niedrigenergie- und Passivhausmesse“
„zeba steht für zukunft – energie – bauen – architektur.“

Unumstritten ist, dass das Passivhaus langfristig das Haus der Zukunft und bis zum Jahr 2015 werden sich auch die EU Richtlinien an den Energiewerten des Passivhaus orientieren. Leider sieht bis dato die Wirklichkeit anders aus: energieeffizientes Bauen und Sanieren benötigt Fachwissen, um dieses Wissen in die Praxis tatsächlich umzusetzen.

Firmen, die sich dessen bereits verschrieben haben, präsentieren sich ab morgen auf der Messe Innsbruck, um Häuslbauer und auch dem Fachpublikum alles zum Thema Niedrigenergie zu vermitteln.

Im Vordergrund stehen sowohl Neubauten, Sanierungen, Heizungs- und Fenstertausch als auch praxisnahe Beratungen. Die Themenbereiche umfassen somit auch Haustechnik, Gebäudehülle, erneuerbare Energie, Architektur und Projektleitung.

Anhand von Modellen zeigen die anwesenden Profis aus allen Bereichen wie man energieeffizient baut und saniert. Dabei wird aufgezeigt, dass bereits mit kleinen Maßnahmen bis zu 20 Prozent Heizkosten gespart werden können. Auch bei einem alten Haus kann der Energieverbrauch durch fachgerechte Sanierung wie richtiges Dämmen maßgeblich reduziert werden. So gehen bei konventionellen Einfamilienhäusern 35 bis 50 Prozent der Energie über die Außenwände verloren. Eine hocheffiziente Heizungspumpe beispielsweise, verbraucht bei optimalem Betrieb bis zu 80 Prozent weniger Strom. Zusätzliche Vorträge drehen sich bei der zeba 09 um Energieberatung, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sowie praktische Detaillösungen.

Zeitgleich mit der zeba 09, am 28. November 2009 findet das 4. Tiroler Passivhaus Forum auf der Messe Innsbruck statt. Beteiligte sind unter anderem die Baufakultät der Universität Innsbruck und die IG Passivhaus Tirol. Themenschwerpunkte sind hierbei „Thermische Sanierung in Richtung Passivhausstandard.“ Fachbesucher haben die Möglichkeit, sich über die neuesten Entwicklungen im energieeffizienten Bauen und Sanieren zu informieren. Das Forum bietet auch eine Exkursion zu Best-Practice Sanierungs-Beispielen. Im Rahmen der Internationalen Kooperationsbörse „Unlimited Affairs“ können internationale Kontakte geknüpft und potentielle Geschäftspartner gefunden werden.


Foto: Treberspurg & Partner Architekten

Ein weiteres Highlight ist die Live-Präsentation des Österreich-Hauses der Olympischen Winterspiele 2010 in Whistler/British Columbia (Kanada), das mit ökologischen Materien und nach den neuesten technischen Standards als Passivhaus errichtet wurde. Das Haus, geplant von Treberspurg & Partner Architekten wird im Februar 2010 eröffnet.





Sunlighthouse – Österreichs ModelHome 2020

20 11 2009

Während Dänemark vom 7. bis 18. Dezember 2009 im Zentrum des weltweiten Klimaschutzes stehen wird, startet Velux Österreich den Bau des CO2-neutralen Einfamilienhauses in Pressbaum.


Foto: VELUX

Dass das Haus eine absolute Vorbildrolle übernehmen wird, habe ich ja bereits im Mai angekündigt, dass der Spatenstich allerdings fast zeitgleich mit der Klima-Konferenz in Kopenhagen und mit der Bekanntgabe der Ergebnisse des Kyoto-Protokolls zusammenfällt – konnte ich nicht voraussehen – auf jeden Fall ein geglückter Moment, um Bewusstsein zu schaffen und ein zukunftsträchtiges Zeichen zu setzen.

Die tragende Konstruktion des Hauses wird in Holzriegelbauweise errichtet und mit Zellulose-Dämmung vollständig ausgefacht. Damit erreicht die Wandstärke 55 Zentimeter. Keller und Fundament werden mit Slagstar Ökobeton gebaut, einem Sekundärrohstoff, der ohne den energie- und CO2-intensiven Brennvorgang hergestellt wird, betont das zuständige Architekturteam Hein-Troy.


Foto: VELUX

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Donau-Uni Krems (Department Bauen und Umwelt) und vom Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO). Sämtliche Berechnungen hinsichtlich Energiebilanz und CO2-Kompensation stammen von diesen beiden Institutionen. Deren Zahlen zeigen, wie die ausgeglichene CO2-Bilanz geschafft werden soll.

Mit einem Heizwärmebedarf von 26,7 kWh/m²/Jahr erreicht das Haus nicht Passivhaus-Standard, wird aber dennoch eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung aufweisen. Solarkollektoren sorgen für den überwiegenden Energiebedarf für das Warmwasser, Strom wird von insgesamt 46 Quadratmetern an Photovoltaik-Paneelen erzeugt. Das Haus wird mehr Energie produzieren, als benötigt und ist ein weiteres Projekt von Velux, das somit in die Aktiv-Haus-Serie fällt.

Die Fertigstellung des Hauses ist mit Frühsommer 2010 geplant. Die Baukosten betragen rund 300.000 Euro. Das Haus in Pressbaum soll zunächst ein Jahr lang als Demonstrationsobjekt geführt werden, bevor es verkauft werden soll.





| Architektur-Shortcuts |

18 11 2009

Bei den World Architecture Festival Awards in Barcelona hat das Unilever-Haus in der Hamburger Hafencity den Preis für das beste Bürogebäude der Welt gewonnen. Der Entwurf für die architektonische Gesamtentwicklung stammt von Behnisch Architekten und ist für seine offenen Arbeitsräume und Nachhaltigkeitsaspekte bereits mehrfach ausgezeichnet worden.


Foto: BEHNISCH ARCHITEKTEN

Dank eines speziellen Energiekonzepts hat das Gebäude den Gold Standard im nachhaltigen Bauen erreicht und ist bereits mit dem Bex – Award1 ausgezeichnet.

Es ist weltweit das erste Haus, in dem es  ausschließlich LED-Beleuchtung gibt und kann daher extrem energiesparend betrieben werden.





Wohnhaus St. Johann

12 11 2009

Kostengünstig und energetisch hocheffizient sollte das Haus für eine fünfköpfige Familie im deutschen St. Johann sein. Gegeben waren ein Grundstück in Hanglage und eine ländlich geprägten Satteldachlandschaft in der näheren Umgebung.


Foto: arcguide

Gössel + Kluge Architekten nahmen die Herausforderung an – und realisierten einen Baukörper mit Split-Level zur optimalen Nutzung des Geländes für ebenerdige Austritte in den Garten und sorgten anfangs mit dem ungewöhnlichen Neubau für Furore.

Die großdimensionierten Glasflächen orientieren sich konsequent am Sonnenlauf, unterstützt durch die Grundform des Hauses, die neben einer natürlichen Tiefenbelichtung des Gebäudeinneren auch solare Wärmegewinne in den Wintermonaten ermöglichen. So wird die im Sommer thermisch belastete Südseite durch eine weit auskragende Decke, die im Dachgeschoss einen Teil der dortigen Terrasse und Kindergalerie bildet, geschützt. Auf der Westseite übernehmen diese Aufgabe steuerbare Screen-Behänge.

Vorwiegend geschlossene Wandflächen mit kleinen Öffnungen und eine skulptural gefaltete Dachhaut, die dank einer transparenten Fuge bei nächtlicher Beleuchtung über dem Hauptbaukörper zu schweben scheint, schirmen die anderen Seiten dagegen zur Umgebungsbebauung ab und gewährleisten die Privatheit.


Foto: gk

Der offene Küchen- und Essbereich mit vorgelagerter Terrasse sowie Neben- und Technikräume befinden sich auf der untersten Ebene. Über eine zentral positionierte Treppe gelangen die Bewohner ins mittlere Geschoss, das auch von außen, über den Hauptzugang an der Nordostecke – unterhalb des auskragenden Daches – erreichbar ist. Diese Ebene nimmt sowohl das Elternschlafzimmer als auch den westorientierten Wohnbereich samt einer weiteren Terrasse unterhalb des Dachvorsprungs auf.

Die oberste Ebene des Hauses bietet Platz für die Kinder mit eigenem Bad und einem großzügigem Balkon vor der schrägen Glasfassade zum Tal. Dank der mehrfach gefalteten Dachschale sind auch die Räumlichkeiten dieses Geschosses trotz der geneigten Flächen vollwertig möblierbar und es besteht ausreichend Kopffreiheit. Um den Nutzern in Bezug auf spätere Umbauten ein Höchstmaß an Flexibilität zu garantieren und die Effizienz des Bauwerks zusätzlich zu steigern, konzipierten Gössel + Kluge auch die Außenhaut als modulares System.

Die Hülle besteht im Bereich der geschlossenen Flächen aus einer zweischaligen, hinterlüfteten Konstruktion, die über gute klimatische und isolierende Eigenschaften verfügt und als nahezu wartungsfrei gilt.





Deutschlands Modellhaus 2020

22 10 2009

Die Zielsetzung, ein Doppelhaus aus den 1950er Jahre zu sanieren und als Velux Model Home 2020 nächstes Jahr in Deutschland zu präsentieren verdient Applaus, denn dieses Modernisierungsprojekt mit Modellcharakter zeigt einen wichtigen Aspekt des zukünftigen Wohnens und der Verbesserung der Umweltbilanz auf.


Foto: TU Darmstadt

Im Rahmen eines Studentenwettbewerbs ausgelobt, realisiert Velux die Sanierung einer Doppelhaushälfte, bei der eine Lösung für optimierte Energieeffizienz verbunden mit höchstem Nutzerkomfort entwickelt wird. Dies soll zeigen, welche Ergebnisse sich mit einer integrierten Planung und dem Einsatz zeitgemäßer Technik erzielen lassen.

Energetisch sollen die Doppelhaushälften im sanierten Zustand unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Diese richten sich einerseits an die neue EnEV 2009 und zum anderen an einen Passivhaus- oder/und Energieplus-Standard. Desweiteren wird ein großer Wert auf den zukünftige Wohnkomfort und die Tageslichtsituation gelegt.

Auch die zweite, in Privatbesitz befindliche Doppelhaushälfte, wurde von den Studenten mitbeplant. Hier soll unter dem Aspekt „Kosteneffizienz“ modernisiert werden, um Ergebnisse zu erzielen, die mit durchschnittlich verfügbaren Mitteln eines Bauherrn realisierbar sind.

Eine Fachjury prämierte Anfang September vier der insgesamt zwölf eingereichten Entwürfe. Der Jury gehörten neben den Experten aus dem Kompetenzteam sowie VELUX Mitarbeitern auch der Geschäftsführer der IBA Hamburg, Uli Hellweg, und der Baudirektor im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtplanung, Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner, an. Neben dem Energiekonzept und den Maßnahmen zur Steigerung des Wohnwerts bewertete die Jury außerdem die architektonische Kreativität der Konzepte. Als Siegerin ging Katharina Fey mit ihrem Entwurf „…aus eigenem Anbau“ aus dem mit insgesamt 7.500 Euro dotierten Wettbewerb hervor. Die voraussichtliche Fertigstellung ist mit Mai 2010 datiert.

Aktuell werden europaweit sechs Konzepthäuser (u.a. Österreich) entwickelt, welche die klimatischen, kulturellen und architektonischen Bedingungen der jeweiligen Länder berücksichtigen und spezifische Lösungen entwickeln. Von Juni bis voraussichtlich Dezember 2010 steht das Model Home 2020 Fachleuten und Bauherren als Forum für den Austausch über die Zukunft des Wohnens im 21. Jahrhundert offen.

Weitere Informationen unter www.iba-hamburg.de





| Architektur-Shortcuts |

21 10 2009

Das Team der TU Darmstadt konnte bereits zum zweiten Mal den Internationalen Wettbewerb für Nachhaltiges Bauen, den SOLAR DECATHLON mit dem Solarhaus „surPLUShome“ für sich entscheiden.


Foto: Solar Decathlon

Weitere Infos: Daily Green





Lodenareal Innsbruck

17 09 2009

Nachdem sich bereits im Januar dieses Jahres ein koreanisches Fernsehteam aufmachte, um das größte Passivhaus-Projekt Europas zu filmen und als Thema eines Dokumentarfilms ins koreanische Fernsehen zu bringen – ist es auch für mich als Architektur- und Baublog aller höchste Zeit darüber zu berichten! Mit über 354 Wohnungen erschließt die Wohnhausanlage Lodenareal schließlich eine neue Größendimension von Passivhäusern:

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Foto: Monsberger Gartenarchitektur

Auf dem 33.000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Tiroler Lodenfabrik in der Reichenau, an den Ufern der Sill und Inn gelegen, planten die Teams von Architekturwerkstatt din a4, Architekturhalle Wulz-König und teamk2 drei Gebäudekomplexe aus je zwei L-förmigen Baukörpern. Das Ausmaß der Bebauung lässt in Innsbruck einen neuen Stadtteil mit hoher Wohnqualität und großzügigem Erholungsraum entstehen.

Die zwei gegeneinander gestellte L-förmige Gebäuderiegel umschließen einen sich daraus ergebenden Innenhof und schützen den halb öffentlichen Bereich sowohl des Hofes als auch den privaten Vorbereich jeder Wohneinheit. Die Einheiten haben breite Loggien bzw. Terrassen mit vorgelagerten Gärten, die durch eine Hecke vom Hof getrennt werden.


Foto: NEUE HEIMAT TIROL

Der Wohnbau besteht aus Massivbauweise, mit einer hochwertig luftdichten Gebäudehülle und einer innovativen Passivhaustechnik. Das Projekt wird durch das Passivhausinstitut Darmstadt zertifiziert. Mit einem Energieverbrauch von 15 kwh je Nutzquadratmeter und Jahr nach dem Passivhausprojektierungspaket (PHPP) berechnet, der Nutzung von Grundwasserwärme, eine Pelletsanlage und einer Solaranlage, leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und spart so jährlich ca. 680 Tonnen CO2 ein.

Die meisten Wohnungen sind in zwei Richtungen orientiert und werden dadurch mit viel Sonne versorgt und versprechen hohen Wohnkomfort. Identitätsstiftend ist auch die Gestaltung der Höfe. Die Pflanzen werden so ausgewählt, dass jeder Hof in einer anderen Farbe erblüht.

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Foto: din a4

Zusätzlich entsteht eine ca. 8200 Quadratmeter große Grünanlage der Stadt Innsbruck mit Kinderspielplätzen und einem Ballspielplatz. Am Nordwesteck des Areals wird ein Bootshaus gebaut. Die Sill-Einmündung in den Inn wird von Osten nach Westen umgeleitet. Dabei wird auch eine Fischtreppe und eine rund zwei Meter hohe Kanuwelle errichtet. Mit einer neuen Brücke über die Sill wird die Fuß- und Radwegverbindung erweitert.

Zum Inn hin soll das Gelände nach dem Wunsch der Architekten sanft abfallen und in einem breiten Kiesbett auslaufen. Damit möchten die Architekten in der Uferzone eine urbane Struktur schaffen.

Mit dieser hohen Zielsetzung aller Projektbeteiligten haben diese es allerdings nicht nur ins koreanische Fernsehen geschafft, sondern haben bereits die ersten Auszeichnungen verliehen bekommen. Der erste Anerkennungspreis Österreichs für Erneuerbare Energie „SolarPlexus 2009“ und der Energy Globe des Landes Tirols wurden dem Bauträger Neue Heimat Tirol überreicht. …und sicherlich kommen noch einige Auszeichnungen hinzu!





Forum Nachhaltiges Bauen

26 08 2009

Die Verbundveranstaltung Nachhaltiges Bauen, die am 2. September in Bonn stattfinden wird, zeigt, wie durch sorgfältige Planung und durch die Auswahl von entsprechenden Produkten Energie gespart und die Umweltressourcen geschont werden können. Neben theoretischen Fragestellungen hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte zeigen die Referenten die bisher erreichten Ziele auch anhand einiger Praxisbeispiele auf.


Foto: hdx.rm

Die Reihe sieht dafür folgende Programmschwerpunkte vor:

DEUTSCHE BUNDESSTIFTUNG UMWELT
Lifecycle – Recycle
Nachhaltiges Bauen – Kostenersparnis
(K)ein Widerspruch
Praxisbeispiele

ROCKWOOL
Einsatz von Rockwool-Dämmstoffen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit
Lebenszyklus von Steinwolle: Herstellung – Nutzung – Recycling
Leistungsfähigkeit der Dämmung im Wärme-, Schall- und Brandschutz

ALWITRA
Nachhaltiges Bauen im Bereich flacher und flachgeneigter Konstruktionen
Dachaufbauten/Normen/Langlebigkeit der Dachabdichtung
Rückführung der Dachabdichtung (Stoffkreislauf)
Ökologischer Zusatznutzen auf Flachdächern

SFS
Sichere Befestigungssysteme für Flachdachkonstruktionen
Spezielle Anforderungen in der Sanierung
Eignung von Befestigungssystemen für verschiedene Untergründe

RHEINZINK
Zink – ein natürlich ökologischer Baustoff
Regenwassermanagement
Solarthermie
Anwendungsbeispiele

VELUX
Nachhaltige Tageslichtplanung im Dach
Von der Planung bis zum Recycling
Planungsanforderungen und fachgerechte Ausführung
Beispiele aus der Architektur

SIGA
Wohn- und Gebäudequalität durch Luft- und Winddichtheit
Konvektion vs. Diffusion
Luft- und Winddichtheit im Bereich der energetischen Gebäudesanierung

COLT
Nachhaltiges Bauen mit integrierter Anlagentechnik
Nachhaltige Energieeinsparung durch Sonnenschutz
Konsequente Ausschöpfung der Energieeffizienz
Sicheres und nachhaltiges Bauen mit vorbeugendem Brandschutz





Duplex House Sistrans

24 08 2009

In Kooperation mit dem Unternehmen das massivholzhaus haben maaars architecture bereits im März 2008 das m3-haus als Systemhaus entwickelt.

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Foto: maaars architecture

Einzelne Module, die man individuell und flexibel kombinieren kann, bilden die Grundlage dafür – beim Duplex House Sistrans beispielsweise bilden drei Module mit jeweils 6 x 4 Meter eine Geschossebene.

Die Massivholzkonstruktion für Wände, Decken, Treppen, Geländer und Einbauregale werden bereits in der „Rohbauphase“ errichtet Die Holzoberflächen bleiben naturbelassen.

Der Baukörper ist mit einer Wärmedämmschicht aus Zellulosedämmung umhüllt. Erd- und Obergeschoss mit einer sägerauhen Lärchenholzschalung eingekleidet. Die Dachstudios erhalten einem „Vorhang“ aus runden horizontalen Holzprofilen. Am Tag erzeugt dies im Innenraum subtile Licht-/Schattenspiele, während in der Nacht die Aufbauten wie überdimensionale Lampions wirken.

Passivhausstandard ergibt sich aus der geringen Heizleistung von circa 10 W/m2. Abgesehen von einem Nachheizregister in der Zuluft wird auf eine konventionelle Heizung verzichtet. Für die gute Luftqualität wird die erforderliche Frischluftmenge über einen Erdwärmetauscher auf 4 bis 10° C vorgewärmt, dann der Wärmerückgewinnung zugeführt und über die Komfortlüftung in die Räume eingebracht.

Über eine Kleinstwärmepumpe wird der Zuluft und dem Brauchwasser Energie zugeführt.
Für die noch allenfalls erforderliche Spitzenlastabdeckung wird ein mit Bioethanol betriebener Ofen verwendet. Ein Kamin ist bei diesem System nicht erforderlich. Die Heizflächen wurden als lehmverputzte Wandheizflächen ausgebildet.

Eine Photovoltaikanlage am Dach erntet den Großteil des für den Betrieb der Wärmepumpe erforderlichen Strombedarfs.





Eawag Forum Chriesbach

21 08 2009

Nach dem Grundsatz lieber Energie einsparen als aufwändig erzeugen macht ein innovatives Konzept das Gebäude der Eawag und Empa zum Nullenergiehaus und damit zu einem Vorbild realisierter Nachhaltigkeit… lautet der klare Ansatz der Bob Gysin + Partner BGP Architekten beim Hauptgebäude der Eawag, ein Verwaltungs- und Forschungsgebäude, das einen wichtigen Maßstab in der nachhaltigen Entwicklung setzt.


Foto: Bob Gysin + Partner BGP Architekten

Um ein Bürohaus ohne herkömmliche Heizung zu bauen, wurden Orientierung, Volumetrie, Gebäudehülle, Speichermasse und Sonnenschutz optimiert. So kann der Heizwärmebedarf durch die ohnehin im Gebäude anfallende Wärme Personen, Computer, Beleuchtung und durch die Nutzung von Erdwärme und Sonnenenergie gedeckt werden.

Der farbiger Sichtbetonvorbau markiert als Kontrapunkt zu den einprägsamen Glaslamellen der Fassade den Haupteingang und verbindet den Neubau mit den bestehenden, nördlich gelegenen Gebäuden der Eawag. Die siebbedruckten Glaslamellen werden automatisch nach dem Sonnenlicht ausgerichtet und regulieren damit die Intensität der Sonneneinstrahlung ohne den Ausblick der Benutzer zu behindern. Das Tageslicht wird zusätzlich zum Betrieb einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach genutzt, welche einen Drittel des Strombedarfs des Gebäudes abdeckt. Sonnenkollektoren liefern Warmwasser und der Einbau einer Heizung war aufgrund der Nutzung von Erdwärme in Kombination mit der Sonnenenergie gar nicht erst nötig.

Die Räume der unterschiedlichen Nutzungszonen liegen U-förmig um das fünfgeschossige Atrium, in dem Sitzungsboxen schwebend angeordnet sind. Flexibel nutzbare Räume ermöglichen Arbeitsformen mit frei vernetzbaren Arbeitsplätzen. Basis der innenräumlichen Freiheit ist die Stahlbeton- Skelettbauweise mit aussteifenden Erschließungskernen und tragenden Fassadenstützen. Zusammen mit der vorfabrizierten Fassadenhülle wurde so die Bauzeit kurz gehalten und die Nutzungsflexibilität maximiert. Alle haustechnischen Anlagen sind offen geführt, so dass die Installationen jederzeit zugänglich sind. Das vereinfacht den Betrieb, vergünstigt den Unterhalt und ermöglicht bei einem späteren Rückbau eine einfache Materialtrennung.

Das Gebäude wurde mit dem Schweizer Solarpreis 2006, dem Swisspor Innovationspreis 2006, dem Velux Tageslicht Award 2007 und dem Watt d’Or 2007 ausgezeichnet.