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Ein Bürohaus in Lustenau kommt dank elementarer Mittel der Architektur ganz ohne Technik aus…

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Foto: be

Ein schneeweißer Kubus mit 24 x 24 x 24 m Außenkante, der durch geringfügige Versprünge akzentuiert wird, regelmäßig angeordneten Fenstern im Hochformat und einer Wandstärke von 75 cm ist das architektonische Ergebnis des Architekturbüros baumschlager eberle. Damit sorgen sie zu Recht erneut für Aufsehen – das Gebäude kommt aufgrund der Konstruktionsweise, der räumlichen Organisation und eines komplexen Steuerungssystems ganz ohne Heizung, Lüftung und Kühlung aus.

2226 benennt das Temperaturspektrum von 22 bis 26 Grad Celsius, das von den meisten Menschen als angenehm empfunden wird. Die Hülle verfügt über einen zweischaligen Wandaufbau aus jeweils 36 Zentimetern Ziegel, die als Speichermasse dient. Das gesamte Low-Tech-Haus ist so konzipiert, dass möglichst viel Energie in der speicherfähigen Masse gebunden werden kann und ganz ohne Wärmedämmung auskommt. Innen wie außen ist das Gebäude mit reinem Kalk von der Kanisfluh verputzt. Tiefe Fensterlaibungen reduzieren den Wärmeeintrag, innen angeschlagene Lüftungsflügel werden über Sensoren gesteuert, um das Raumklima behaglich zu machen.

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Schnitt + Grundriss: be

Im Inneren des sechsgeschossigen Bürogebäudes wurden um ein offenes Zentrum vier versetzte, gemauerte Körper für Treppen, Lift, Nebenräume angeordnet. Die lichte Raumhöhe beträgt 3,40 Meter, im Erdgeschoss gar 4,50 Meter

Neben fremdvermieteten Räumen und Galerie sowie Cafeteria beherbergt das neue Gebäude mit eine Nutzfläche von 2.421 m² auch die Büroräume der Architekten.

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Gusswerk

hobby a, CS-architektur, strobl architekten und LP architektur setzen im Rahmen eines moderierten Wettbewerbsverfahrens ihr Werk aus dem Jahr 2005 fort und erweitern erneut das Gebäudeensemble eines alten Gusswerkareals in Salzburg-Kasern zugunsten der Modeindustrie mit vereinten Kräften…

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Foto: Christoph Scheithauer (cs-architektur)

Der fünfgeschossige Neubau, in dem Verwaltungs-, Ausstellungs- und Verkaufsflächen mit Lagerbereichen und Tiefgarage untergebracht sind, wurde als massives Sockelgebäude aus Sichtbeton mit sechs aufgesetzten Kuben mit einer opaken Polycarbonat-Fassade ausgeführt. Das Bauwerk ist in seiner Gesamtheit eingeschossig- und in Teilbereichen zweigeschossig unterkellert. Die Gebäudestruktur der Kuben ist in sechs Bauteile gegliedert (A-F). Bis auf die gekoppelten Bauteile B und C sind alle Kuben durch einen eigenen Erschließungskern ausgestattet.

Ein Schwerpunkt wurde auf die Aufnahme und die Weiterführung der städtebaulichen Qualitäten am Areal mit den vorhandenen Gassen und Wegen gesetzt.

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Foto: Christoph Scheithauer (cs-architektur)

Die flexibel gestalteten Grundrisse mit rauem Loftcharakter setzen die vorhandenen Maßstäbe und Raumprinzipien ebenfalls fort. Gezielt gesetzte Öffnungen akzentuieren zudem den rudimentären Innenraum.

Kulturwerk am See – Norderstedt

Eine Fabrikruine erwachte 2012 als Kulturraum zum neuen Leben… ehemaliges Kalksandsteinwerk, Norderstedt / Hamburg, 2010
Foto: Klaus Frahm

Die Landesgartenschau 2011 gab den Anstoß, das ehemalige Kalksandsteinwerk der Firma Potenberg zu erwerben und sämtliche Kunst- und Kultureinrichtungen der Stadt zu vereinen. Nach den Plänen der me di um Architekten wurden 2009 die umfangreiche Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen aufgenommen.

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Um die räumlichen Strukturen und den industriellen Charakter zu erhalten, wurde die Fassade mit Kalksandsteinen zum Teil neu verblendet und die Tore durch große Panoramafenster ersetzt. Der frühere Produktionsablauf dient als Grundlage für die Gestaltung des Grundrisses. Die ehemalige Pressenhalle wurde zu einem Veranstaltungssaal umfunktioniert und steht im Zentrum des Kulturwerks. Zudem wurde ehemalige „Verschiebebahn“ des Kalksandsteinwerks zum Foyer umgestaltet. Analog zur linearen Bewegung der ehemaligen Verschiebebahn lassen sich hier auf den Schienensträngen nun mobile Kassen, Tresen und Sitzbänke in Achsrichtung verrücken. Auf einer Seite der langen Vorhalle schließen sich ein kleiner Saal für Lesungen, Seminare oder Kleinkunst, dahinter der große Konzert- und Theatersaal an. Zur anderen Seite wurde das Foyer verlängert und um einen dreigeschossigen Quader ergänzt. Dieser Erweiterungsbau für die Musikschule Norderstedt komplettiert das Gebäudeensemble.

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Foto: Klaus Frahm

Der weiße Würfel der Musikschule soll dabei der ehemaligen Fabrik als modernes Pendant gegenüberstehen und gemeinsam mit dem Kulturwerk ein Ensemble aus Alt und Neu bilden.

Kulturwerk, Norderstedt bei Hamburg, medium-Architekten, Hamburg 2012
Foto: Klaus Frahm

Die Ostfassade fungiert als Schnittstelle zwischen Natur und Gebäude, in dem aus der weitgehend geschlossenen Fassade in regelmäßigen Abständen gelochte Kalksandsteine herausgedreht wurden, die es der Natur ermöglichen sich des Gebäudes zu bemächtigen. Um die Wand zur „lebenden Wand“ werden zu lassen, wurden Nisthilfen für Mauersegler, Fledermäuse und Insekten in das Mauerwerk integriert.

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Cukrowicz Nachbaur Architekten verpacken Vorarlberger Landeskunst in Lehm…

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Foto: Hanspeter Schiess

Das neue Vorarlberger Landesmuseum, das im Juni nach dreijähriger Um- und Neubauphase wieder die Kunsttore öffnete, zeigt sich Bregenz nun von seiner facettenreichsten Seite.

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Foto: Hanspeter Schiess

In einem Weiß der Champagnerkreide stellt sich das Museum zur Schau, bestehend aus einem Teil eines gründerzeitlichen Altbaus und einem als Solitär konzipierten Neubau. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde mit zwei Geschossen vertikal erweitert und der fünfgeschossige Neubau direkt angebaut. Der Bestand, die Aufstockung und der Neubau bilden durch die Farbgebung einen klaren, kompakten Baukörper, die sich nur durch die differenzierten Fassadenstrukturen und Oberflächentexturen zu erkennen geben.

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Foto: Adolf Bereuter

Ein flächenfüllendes ornamentales Muster in Betonabguss, bestehend aus 16.656 einzelnen Betonblüten, überzieht die Fassade. Die Keimzelle des blütenartigen Motivs im unendlichen Rapport ist der Boden einer PET-Flasche. Die Blüten wurden von dem Künstler Manfred Alois Mayr entwickelt und nach den Berechnungen von Urs B. Roth so angelegt, dass sich auf jedem Quadratmeter der Fassade exakt 13 Blüten finden.

Am innenliegenden Atrium schließen ringförmig die Ausstellungsebenen Richtung Stadt – und die Verwaltungs- und Büroräumlichkeiten Richtung See an.

Neben einer offen gestalteten Erdgeschosszone mit Foyer und Café sind im ersten Obergeschoss zwei Veranstaltungsräume untergebracht, die auch als Ausstellungsflächen zugeschaltet werden können. Die gesamte Verwaltung wird im Bestand des ersten Obergeschosses organisiert und kann über den bestehenden Eingang von Norden her erschlossen werden. Die obersten drei Geschosse sind reine Ausstellungsgeschosse.

Das gesamte Haus wurde mit Lehmputz ausgekleidet, um dem Anspruch einer „spürbaren Nachhaltigkeit“ gerecht zu werden. Dem Direktor des Hauses, Andreas Rudigier zufolge ist die Wand des Atriums mit 23 Metern die höchste Lehmputzwand weit und breit.

KSEVT

Die Landung eines Noordung’schen „Wohnrads“ im slowenischen Vitanje…

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Foto: Bevk Perovic Arhitekti

Das Buch „Das Problem der Befahrung des Weltraums – der Raketen-Motor“ aus dem Jahre 1929 lieferte nicht, wie es vermuten lässt, den Stoff für einen Sci-Fi-Film, sondern die Grundlage für den Entwurf eines Kulturzentrums für europäische Raumfahrttechnologien, der in Kooperation mit den Architekturbüros Bevk Perovic Arhitekti, Dekleva Gregoric Arhitekti, OFIS architects und Sadar Vuga Arhitekti entstanden ist.

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Foto: Bevk Perovic Arhitekti

Das dynamische Stahlbetongebäude besteht aus zwei niedrigen und ineinander verschobenen Zylindern mit unterschiedlichen Durchmessern und entgegengesetzten Ausrichtungen. Um den größeren der beiden zieht sich eine weitere ringförmige Zylinderfläche, hinter der sich die Fenster und Lichtöffnungen verbergen. Die Fassade ist bis auf die Verglasung im Erdgeschoss und der kreisförmigen Deckenöffnungen mit einer Aluminiumverkleidung versehen.

Der Bau dient sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten und der Auseinandersetzung mit dem Phänomen der „Kultivierung des Weltraumes“. Das sogenannte KSEVT (Kulturno Središče Evropskih Vesoljskih Tehnologij) beherbergt Ausstellungs-, Forschungs- und Konferenzräumlichkeiten.

Holzblock

Bergmeisterwolf „schnitzten“ architektonische Skulptur in Pontives…

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Foto: Bergmeisterwolf

Das Firmenprogramm nahmen die Architekten bei der Planung des Neubaus einer Holzschnitzerei zum Anlass, ein überdimensionales Origami-Objekt an der Gabelung der von Klausen bzw. Bozen kommenden Straßen zu platzieren.

Der aus hölzernen Dreiecken geformte Baukörper beherbergt neben einer Dachgeschosswohnung, einen Verkaufs- und Ausstellungsraum, eine Produktionsstätte, ein Lager und Büros. Der großzügig verglaste Eingangsbereich verschafft ebenso wie die an manchen Stellen durch Glas ersetzten Fassadenteile den Bezug zur bergigen Umgebung.

Im Inneren setzen sich mit Ausnahme des betonierten Stiegenhaus bzw. Liftschafts die Knickungen und Einkerbungen fort.

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Grundriss EG: Bergmeisterwolf

vielschichtige einfachheit – einfache vielschichtigkeit

Dem Motto „vielschichtige einfachheit – einfache vielschichtigkeit“ folgend, realisierte das Architekturbüro kirsch ZT gmbH 2010 ein Gebäude in Passivbauweise, das spielerisch Licht in den Kindergartenalltag bringt…

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Foto: kirsch ZT gmbH

Der Kern des Gebäudes bildet ein Quadrat von etwa 22 x 22 Meter, an den sämtliche Nebenräume, sowie Außenstiegen und Verandazonen andocken. Das Gebäude wurde aus Ortbeton, Holzfertigbauteile und Brettschichtholz errichtet.

Im Erdgeschoss befinden sich die Verwaltung, ein Therapieraum, ein Bistro und zwei Gruppenräume, die durch raumhohe Verglasung starken Bezug zum Außenraum gewähren. Der Korridor dient zudem als Spiel- und Kommunikationszone.

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Foto: kirsch ZT gmbH

Das Obergeschoss ist bis auf einen vollverglasten Ruheraum als räumlich offener Bereich angelegt. Sanitär- und Abstellräume sind als Annexe zu den einzelnen Haupträumen an der Fassade angeordnet und verleihen ihr damit ein aufgelockertes Erscheinungsbild. Alle Räumlichkeiten sind lichtdurchflutet und mit Blickbezügen untereinander verbunden.