| Architektur-Retrospektive |

Haus Dellacher | Raimund Abraham

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Die Villa aus den 60er Jahren ist eines der Frühwerke Abrahams und sein einziges Einfamilienhaus in Österreich. Das Haus gilt bis heute als viel diskutierte Ikone der klassischen Moderne. Lange bevor er mit der Planung des österreichischen Kulturforums in New York befasst wurde, entwarf er für einen befreundeten Oberwarter Fotografen dieses Haus, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Die Villa steht zudem seit Jahren leer und ist mittlerweile äußerst renovierungsbedürftig.

Neben Charakteristika elementarer Architektur ließ Abraham auch den Raumplan von Loos und asiatische Elemente in den Entwurf mit einfließen. Während sich der Loos’sche Einfluss anhand von Ebenensprüngen und nischenartigen, holzverkleideten Einbauten bemerkbar macht, setzt Abraham seine vom Zen inspirierten Ideen im Essraum um: Dem Prinzip der Verinnerlichung folgend, verweigert der Raum den Ausblick in das Tal und öffnet sich stattdessen nach oben. Zudem befindet sich am Ende der Terrassenlandschaft ein Essigbaumhain, der aufgrund seines Umfangs sicherlich aus der Bauzeit stammt und Teil des komplexen Gesamtprogrammes war. Mit zweigeschoßigen Arkaden und dem weißen Putz schafft es auch einen klaren Bezug zu den burgenländischen Hofhäusern.

Anhand dieses Baujuwels wird noch bis 26. Februar in der Ausstellung „Bedrohte Moderne Burgenland“ in der neuen Architekturgalerie contemporary in Eisenstadt aufgezeigt, dass es längst Handlungsbedarf gibt, um den fahrlässigen Umgang mit diesem unwiederbringlichen Wert aufzuhalten und die Zukunft dieses Meisterwerks zu sichern.